Blutweiderich – die purpurne Stimme der Feuchtgebiete
Lythrum salicaria
W er im Hochsommer an Gräben, Flussufern oder Teichen unterwegs ist, bleibt früher oder später stehen: Hohe, kerzengerade Pflanzen mit leuchtend purpurrosa Blüten ragen aus dem Grün. Es ist der Blutweiderich (Lythrum salicaria) – eine Pflanze, die nicht nur auffällt, sondern viel über den Zustand unserer Landschaft erzählt. Wo er wächst, ist Wasser nie weit, und oft sind es genau diese Orte, die für die Natur besonders wertvoll und zugleich bedroht sind.
- Typische Feuchtgebietspflanze mit hoher ökologischer Bedeutung
- Auffällige purpurrosa Blüten von Juni bis September
- Wichtige Nahrungsquelle für viele Insekten im Hochsommer
- Indikator für naturnahe, funktionierende Gewässerränder
Auffällig und doch leicht zu übersehen – Erkennungsmerkmale
Der Blutweiderich ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die je nach Standort 60 bis über 120 Zentimeter hoch werden kann. Seine aufrechten, kantigen Stängel wachsen meist büschelig aus dem Boden. Die lanzettlichen Blätter sitzen gegenständig oder in kleinen Quirlen – ein gutes Merkmal zur Unterscheidung von anderen Uferpflanzen.
Unverwechselbar sind die dichten, ährenförmigen Blütenstände. Die einzelnen Blüten sind purpurrosa bis violett, sechszählig und erscheinen von Juni bis September. Verschiedene Blütenformen fördern die Fremdbestäubung – eine raffinierte Anpassung an Insekten.
Wo der Blutweiderich lebt
Der Blutweiderich ist ein klassischer Bewohner von Feuchtgebieten. Man findet ihn an Flussufern, Seen, Gräben, Teichen, in Feuchtwiesen und Auen. Er bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit nährstoffreichen, dauerhaft feuchten Böden.
Entwässerung, Gewässerausbau und intensive Nutzung haben viele dieser Lebensräume reduziert. Wo der Blutweiderich verschwindet, verschwinden oft ganze Lebensgemeinschaften mit ihm.
Eine Schlüsselpflanze für Insekten
Ökologisch gesehen ist der Blutweiderich ein echtes Schwergewicht. Seine Blüten liefern reichlich Nektar und Pollen und werden von Wildbienen, Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht. Gerade im Hochsommer ist er eine unverzichtbare Nahrungsquelle.
In Europa ist der Blutweiderich Teil des natürlichen Gleichgewichts. In anderen Weltregionen gilt er hingegen als invasiv – ein gutes Beispiel dafür, wie stark ökologische Zusammenhänge vom Standort abhängen.
Inhaltsstoffe & Heilpflanzen-Tradition
Der Blutweiderich enthält vor allem Gerbstoffe, daneben Schleimstoffe und Flavonoide. In der Volksmedizin wurde er bei Durchfallerkrankungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Hautproblemen eingesetzt.
Heute wird diese Nutzung als traditionell eingeordnet. Wissenschaftliche Studien sind begrenzt, und der Blutweiderich spielt in der modernen Phytotherapie nur eine Nebenrolle.
Risiken und verantwortungsvoller Umgang
Der Blutweiderich gilt als ungiftig, sollte aber nicht unbedacht gesammelt werden. In Naturschutzgebieten ist das Pflücken untersagt, und auch außerhalb ist Zurückhaltung angebracht.
Naturschutz beginnt am Ufer
Der Blutweiderich erinnert daran, wie wertvoll natürliche Uferzonen sind. Wer Gräben, Feuchtwiesen und Gewässerränder schützt, bewahrt ganze Lebensnetze.
Wenn du dem Blutweiderich einen Platz im Garten geben möchtest, findest du bei uns eine passende Pflanze aus eigener Gärtnerei. Besonders geeignet ist er für Teichränder, feuchte Senken und naturnahe Gewässerbereiche.
Gewöhnlichen Blutweiderich im Shop ansehenAufrechter Wuchs, purpurrosa Blütenähren und nasse Füße – wo der Blutweiderich blüht, lebt das Feuchtgebiet.